Schade um Marcel Koller

EINWURF von Wolfgang Wiederstein
Marcel Koller 2017 © GEPA pictures/ Raiffeisen
Marcel Koller 2017 © GEPA pictures/ Raiffeisen

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland wird wohl ohne Österreich stattfinden, realistisch betrachtet, hat die 0:1-Niederlage von Cardiff gegen Wales das Aus für Rotweißrot besiegelt. Verloren wurde das WM-Ticket aber bereits viel früher, Wales war lediglich die Fortsetzung der Abwärtsspirale. Österreich hätte gewinnen müssen, so aber drohen in den noch ausstehenden Qualifikationsspielen eher nur Geisterspiele und eine leere ÖFB-Kassa. 

Die Leistung der Österreicher in Cardiff war ansprechend, es wäre aber ein Fehler das 0:1 wieder nur mit Pech zu erklären. Die Österreicher haben Torchancen vorgefunden, allerdings wie so oft in dieser Qualifikation vor des Gegners Tor im Abschluss versagt.  Macht der übliche Fußball-Mechanismus auch vor dem ÖFB nicht Halt, wird die Ära von Teamchef Marcel Koller zu Ende sein. Jeden anderen Teamchef würde man nach verpassten Zielen feuern. Den Schweizer zu eliminieren, hat jedoch eine Reihe von Nachteilen. 

Ein Koller-Ersatz drängt sich nicht wirklich auf,  und wer immer es sein sollte, würde Monate brauchen, um die Mannschaft wieder auf Vordermann zu bringen. Teamchef-Arbeit kann und darf nicht kurzsichtig beurteilt werden. Um Marcel Koller wäre es schade. Seine Arbeit darf nicht mit dem Ergebnis von Cardiff beurteilt werden. 

Wolfgang Wiederstein (derzeit in Bildungskarenz)

leitet das Sport-Ressort der Tageszeitung „Die Presse“.

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Fussball

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