Benefizspiel für Ex-Rapidler Sergej Mandreko

Am Ostermontag

Nicht jede Fußball-Karriere endet mit Reichtum oder im siebenten Himmel. Zuletzt hat die Meldung, dass Sergej Mandreko (45) schwer erkrankt ist, die österreichische Fußballfamilie geschockt. Der gebürtige Tadschike leidet an der heimtückischen  Nervenkrankheit Amyotrophen Lateralsklerose (ALS).  Bei dieser Krankheit kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung der Nervenzellen. Die Behandlungen sind sehr kostspielig und für Mandreko derzeit gar nicht zu finanzieren. 

Der ehemalige Mittelfeldspieler stand jahrelang bei Rapid unter Vertrag, wurde unter Trainer Ernst Dokupil Meister. 1996 stand er mit den Grünweißen im Europacup-Finale der Cupsieger gegen Paris St. Germain (0:1). 

1997 übersiedelte er nach Deutschland,  zuerst spielte er bei Hertha BSC, dann bei Bochum. Seine aktive Karriere ließ er 2005 bei Mattersburg ausklingen. Auf der Trainerbank versuchte er sein Glück bei Lasse, dann als Assistent bei Lok Moskau. Seit 2015 trainiert  er die Kampfmannschaft und das Nachwuchsteam der Unter 15jährigen des Wiener Stadtliga-Klubs LAC Inter. 

Mandreko gehörte gemeinsam mit Zoran Barisic, Didi Kühbauer und Stefan Marasek zu den „Daltons“, wie sie Dokupil nannte. Eine „Viererbande“, für jeden Blödsinn zu haben. Sergej Mandreko, die Hilfsbereitschaft in Person, ist nun auf fremde Hilfe angewiesen. 

Der LAC stellt für Ostermontag , den 17. April, eine Benefizveranstaltung auf die Beine. Ein Legendenspiel soll Geld für die Behandlungskosten einspielen. Kühbauer und Marasek haben bereits zugesagt. Zoran Barisic, Trainer von Kardemir Karabükspor, würde gerne kommen, ist aber in der Türkei unabkömmlich. Auch Pecl, Kienast, Schinkels und Tatar werden dabei sein. 

Auch Rapid will sich für Mandreko einsetzen, so wird beim nächsten Heimspiel gegen Altach (15. April) für den Ex-Spieler, Vater von zwei Kindern, gesammelt. 

Auch der polnische Team- und Wolfsburg-Spieler Krzystof Novak litt an der Nervenkrankheit ALS  und starb 2005 im Alter von nur 29 Jahren. Im Jahre 2006 stellte man beim ehemalige Milan-Spieler Stefano Borgonovo ebenfalls ALS fest. Er gründete 2008 die Stiftung, die sich der Ursachenforschung der Krankheit widmet. Seine Biographie schrieb er mit Hilfe eines Sprachcomputers. Stefano Borgonovo verstarb 2013.

Alle, die helfen wollen, sind aufgerufen, am Ostermontag, 17. April, um 14:30 Uhr zum Landstraßer Athletik Club-Platz (1030 Wien, Baumgasse 87) zu kommen. 

Der Erlös kommt der Therapie von Sergej Mandreko zugute.

Wolfgang Wiederstein (derzeit in Bildungskarenz)
leitet das Sport-Ressort der Tageszeitung „Die Presse“.
 

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Fussball

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