Sat 1 macht Fußballfans eine Freude

Medienrechte
FOTO © Sandro Schuh/Unsplash.com
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Vor ein paar Tagen wurden von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die TV-Medienrechte für die kommende Bundesliga-Saison 2020/2021 vergeben. Leider brauchen Fans auch weiterhin zwei Abos, wenn sie alle Spiele live mitverfolgen wollen.

Der Pay-TV Sender Sky hat sich die Rechte für die Spiele am Samstag und für unter der Woche am Dienstag und Mittwoch stattfindenden Matches gesichert. Über den Streamingdienst DAZN können in der nächsten Saison die Freitags- und Sonntagsspiele gesehen werden.

Die Spiele in der 2. Liga werden komplett bei Sky zu sehen sein. Zusätzlich können die neu eingeführten, am Samstagabend ausgetragenen Partien der 2. Liga auf Sport 1 im Free-TV mitverfolgt werden.

Zusammenfassungen der Spiele laufen weiterhin wie gewohnt bei ARD in der „Sportschau“ und bei ZDF im „Sportstudio“ sowie auf Bild Plus zusehen sein. Welche Wettanbieter sich Rechte für Live-Streams auf ihren Portalen sichern werden, steht indes noch nicht fest. Einen Überblick zu seriöse Sportwetten Anbieter im Vergleich und zu den besten Wettquoten können sich Sportfans auf einschlägigen Testseiten verschaffen.

Für die größte Überraschung bei der Vergabe der TV-Rechte hat jedoch der Sender ProSieben Sat1 gesorgt. Auf dem Sender werden in der kommenden Spielzeit insgesamt neun Begegnungen im Free-TV zusehen sein. Amazon und die Telekom hatten sich ebenfalls am Poker um die Übertragungsrechte beteiligt.

DAZN gräbt Sky immer mehr das Wasser ab

Der Streamingdienst DAZN überträgt damit in Zukunft wesentlich mehr Spiele live als in der aktuellen Saison und erwirbt sich damit zu Lasten von Sky zusätzliche Marktanteile. Bei Sky muss man hingegen anscheinend rechnen. Das Ergebnis der Rechtevergabe für die kommende Saison zeigt, dass man beim  Pay-TV Sender offenbar nicht mehr bereit ist, jede Summe zu zahlen.

„Alle Spiele live bei Sky“ wie es früher immer so schön hieß, dürfte es damit auch in den folgenden Spielzeiten angesichts der starken Konkurrenz voraussichtlich nicht mehr geben. Wahrscheinlich ist damit auch, dass Fans in ferner Zukunft weiterhin mehrere Abos benötigen werden, wenn sie alle Spiele live sehen wollen.

Erlöse für die Bundesligavereine sinken

Die Erlöse aus den TV-Rechtepaketen fielen diesmal etwas geringer als für die Vorsaison aus. Die Erlöse, die auf die insgesamt 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga aufgeteilt werden, betragen für die kommende Saison nunmehr 1,1 Milliarden Euro. Für die Übertragungen in der aktuellen Saison wurden 1,16 Milliarden bezahlt.

Grund ist die Corona-Krise und die sehr wahrscheinliche Tatsache, dass auch in der nächsten Spielzeit einige Spieltage ohne Publikum stattfinden werden. Die Deutsche Fußball Liga wurde damit für das Hinausschieben der Vergabe bestraft. Dennoch zeigt man sich bei der DFL und auch den Vereinen mit den Erlösen einigermaßen zufrieden, da so eine sichere Planungsgrundlage für die nächste Saison geschaffen wurde.

Von Summen wie sie in England für Live-Rechte gezahlt werden, ist man in der Bundesliga allerdings noch weit entfernt. Dennoch werden die Vereine, die im nächsten Jahr europäisch spielen, weiterhin einigermaßen konkurrenzfähig bleiben.

Da auch in England und in den anderen europäischen Topspielen insgesamt mit Mindereinnahmen gerechnet werden muss, dürfte es in dieser Sommerpause auch erhebliche Begrenzungen bei den Transfersummen geben. Der eine oder andere „100-Millionen-Mann“ dürfte so vielleicht schon für etwas mehr als die Hälfte zu haben sein, wie sich gerade beim voraussichtlichen Wechsel von Sane von Manchester City zum FC Bayern München andeutet.

Verteilung auf die Bundesligavereine

Wie das eingenommene Geld auf die 36 Bundesligavereine verteilt wird, steht laut DFL Präsident Seifert noch nicht fest. Es wird jedoch mit heftigen Diskussionen gerechnet, weil gerade kleinere oder verschuldete Vereine in der Bundesliga und in der zweiten Liga wegen der Ausfälle bei den Geisterspielen mehr Solidarität einfordern könnten. Bislang waren die Tabellenplätze in der ersten und zweiten Bundesliga in den vergangenen fünf Spielzeiten entscheidend.

Für den Gesamttopf galt der Schlüssel, dass 80 % der Einnahmen an die Vereine der ersten Bundesliga und 20 % der Einnahmen an die Vereine der zweiten Bundesliga fließen und innerhalb der beiden Ligen anschließend ein Schlüssel anhand der Platzierungen in den Vorjahren ermittelt wurde.

Fest steht jedoch jetzt schon, dass der achtmalige Serienmeister FC Bayern München damit auch in der nächsten Saison den größten Teil vom Kuchen abbekommen wird, gefolgt von Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer 04 Leverkusen. In der Vorsaison hatte der FC Bayern München 47,096 Millionen Euro aus den TV- Rechten einsammeln können. Tabellenschlusslicht und Aufsteiger Paderborn musste sich dagegen mit 23,548 Millionen Euro begnügen.

(HF)

 

 

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