1:1 bei Rapid – Austria

Wiener Derby: Peinlich und gefährlich
SK Rapid © GEPA pictures/Wien Energie
SK Rapid © GEPA pictures/Wien Energie

Ein über weite Strecken schwaches, aber auch peinliches 325. Wiener Derby sahen am Sonntag rund 25.000 Zuseher im Allianz-Stadion. Das Spiel endete 1:1. Christoph Monschein brachte die Austria in der 62. Minute in Führung, Dejan Ljubicic erzielte zwei Minuten später den Ausgleich. In der ersten Hälfte musste Schiedsrichter Rene Eisner die Partie insgesamt 14 Minuten unterbrechen, weil die Austrianer Holzhauser und Pires bei Eckbällen mit Gegenständen beworfen worden waren. Es stand sogar der endgültige Abbruch im Raum. In diesem Fall wäre das Spiel mit 3:0 für die Austria gewertet worden. Werbung für den Fußball sieht anders aus. Stichwort: Fremdschämen. Rapid wartet noch immer auf den ersten Derby-Sieg im Allianz-Stadion, was aber bei diesen Rahmenbedingungen ohnehin egal ist.

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Sky-Stimmen:

Goran Djuricin (Trainer Rapid Wien): …über die Wurfgeschosse aus dem Fanblock von Rapid: „Wir haben so tolle Fans, es ist so unnötig, dass es einzelne gibt, die es übertreiben müssen. Diese Personen sollten diese 20-30 % Aggressivität ummünzen in Anfeuern, das machen die meisten toll. Es ist sehr schade, bis dahin haben wir sehr gut gespielt und nach dem Abbruch haben wir nicht mehr gut gespielt, das hat die eigene Mannschaft irritiert.“

…über Möglichkeiten weitere Zwischenfälle zu verhindern: „Wir haben so geile Fans, aber der Selbstreinigungsprozess sollte unter den Fans stattfinden. Sie sollten diese zwei, drei Leute, oder vielleicht war es auch nur einer, in die Verantwortung nehmen, Tacheles reden und aus. Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn das Spiel abgebrochen wird. Ich hoffe, dass sie das untereinander regeln, die Fans müssen jetzt auch gescheiter werden.“

Raphael Holzhauser (Austria Wien): …über die Wurfgeschosse aus dem Fanblock von Rapid: „Ich will dazu nichts mehr sagen, man muss aufpassen, was man sagt, weil sie sich sowieso alles erlauben dürfen. Sie können sich erlauben, was sie wollen, es gibt keine Konsequenzen. Als Spieler denkt man gar nicht daran, dass wir nicht weiterspielen, aber ein Spieler wird beim Eckball klar getroffen und dann wird weitergespielt. Aber ich kann mich dazu nicht äußern, das wird dann sowieso gegen mich verwendet.“

Thorsten Fink (Trainer Austria Wien): …über die Wurfgeschosse aus dem Fanblock von Rapid: „Für mich ist es skandalös, dass das alles in Österreich erlaubt ist, was heute passiert ist. Dass man mit Regenschirmen beim Eckball stehen muss, um die Spieler zu schützen, ist schon ein Wahnsinn. Wenn man das nicht unterbindet, dann werden sie das auch weiterhin machen.“

…über die Rolle von Holzhauser: „Er hätte auch liegenbleiben können, sich auswechseln lassen, aber er ist aufgestanden. Wir wollten einfach weiter unser Spiel spielen, wir wollen nicht provozieren, aber bei solchen Dingen ist es für die Spieler nicht einfach hier vernünftigen Fußball zu spielen. Ich finde, er hat sich vorbildhaft verhalten.“

…über den durch Flitzer unterbundenen Angriff seiner Mannschaft: „Das wäre eine Riesenchance gewesen, die Zuschauer haben ihren Teil dazu beigetragen, dass die Partie hier 1:1 ausgeht.“

Franz Wohlfahrt (Sportdirektor Austria Wien): …über die Rolle von Holzhauser: „Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er weitergespielt hat, weil es hätte auch die Möglichkeit gegeben, dass das Spiel abgebrochen wird. Er wurde verletzt, das ist auch sichtbar, aber er hat selbst gesagt, dass es weitergeht, er wurde nicht so schwer verletzt, dass er nicht weiterspielen könnte.“
(PM/RED)
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Fussball
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