Jessica Pilz – Klettern: An die Spitze getrieben

World Games Team Austria 2017
World Games-Teilnehmerin Jessica Pilz beim Weltcup 2016 in Briancon © Heiko Wilhelm / ASP / Red Bull Content Pool
Jessica Pilz 2016 © Heiko Wilhelm / ASP / Red Bull Content Pool

Als Flachländerin will Jessica Pilz in jeglicher Hinsicht hoch hinaus. Ihre Fußverletzung holte sich die junge Superallrounderin aber just in Absprunghöhe. An ihrer Zielstrebigkeit ändert das Handicap nichts.

„Klettern ist fast wie Schwimmen im Trockenen, du trainierst alle Muskelpartien des Körpers“, erklärt Jessica Pilz die Vielfalt ihres Berufs. Aber nur wenige Kletterer verfügen über derart universelle Anlagen, auf die sich die junge Niederösterreicherin verlassen kann, die 20-Jährige zählt zu jener seltenen Spezies ihres Metiers, die gleich in zwei Disziplinen die Weltelite aufmischt. Heuer muss sich Pilz allerdings auf den Vorstieg konzentrieren, ist das im März beim Bouldertraining gebrochene rechte Sprunggelenk doch immer noch beleidigt.

Warum das Naturtalent, 2015 bereits Europameisterin in der neuen olympischen Kombination, derartige Allroundfähigkeiten aufweist, sei schwer zu erklären, wie sie selbst gesteht. „Ich habe zwar schon mit neun Jahren bei einem Ferienprogramm mit dem Klettern begonnen, bevor ich 16 war aber keinen abgestimmten Trainingsplan gehabt. Vielleicht konnte ich mir deshalb eine so gute Grundlage erarbeiten.“

Mit Sicherheit sogar, räumte sie bei internationalen Nachwuchstitelkämpfen ja so ziemlich alles ab, was es zu ernten gab. Auch bei den Echten sorgte die seit Jugendtagen von einem Salzburger Brausekonzern beflügelte Haagerin, die ihren Wohnsitz zwecks optimaler Trainingsbedingungen nach Innsbruck verlegte, auf Anhieb für Furore. In ihrer Debütsaison überraschte sie mit EM-Bronze im Vorstieg und Platz drei im Gesamtweltcup. Für die Olympiapremiere 2020 dürfte die Vielseitigkeitskönigin der Konkurrenz jedenfalls einen Schritt voraus sein. „Die meisten Athleten beginnen in Hinblick auf Tokio erst jetzt, die anderen Disziplinen zu trainieren.“ Zudem schätze sich ihre Aussichten auf olympische Würden besser ein, als die der Konkurrenz, die ihre Ursprünge im Speed habe. „Das Training weicht ziemlich stark von Vorstieg und Bouldern ab, beim Speed wird fast wie in der Leichtathletik mehr Wert auf Beintraining gelegt.“

Erste Erfahrungen bei einem Multisportereignis darf die dreifache Jugendweltmeisterin, die in den Wintermonaten bevorzugt in südspanischen Felsen hängt, bereits im Sommer bei den World Games sammeln, Ende Juni erfolgt noch eine europameisterliche Standortbestimmung in Italien. „Da ich noch nie bei den World Games dabei war, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so genau, was auf mich zukommt. Aber ich freue mich wahnsinnig, dass ich mich überhaupt qualifizieren konnte.“ Dabeisein ist für die selbstbewusste Heeressportlerin in Breslau aber sicher nicht alles. „Ich kenne das Starterfeld zwar nicht, aber ins Finale möchte ich schon – und eine Medaille.“

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