Spektakuläre, unvergessliche Woche voller Emotionen und großartigem Sport

Das war die Welt-Gymnaestrada 2019 in Dornbirn
FOTO © FIG/Volker Minkus
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Vom 7. bis zum 13. Juli 2019, verzauberten über 18.000 Gäste aus 67 Ländern und allen Kontinenten Dornbirn und das Vorarlberger Rheintal in das bunte und spektakuläre globale Zentrum des Turnsports. Dazu kamen 3.000 aktiv teilnehmende Österreicherinnen und Österreicher und immense 9.000 Volunteers. Der größte Event des Weltturnverbandes FIG gelang fulminant gut, wusste in allen Facetten zu überzeugen.

Die Gymnaestrada ist weltweit das größte Turnsport-Festival ohne Wettkämpfe. Es gab internationalen Sport, aber keine Ergebnislisten. Alle vier Jahre ausgetragen, machte das Ereignis nun zum zweiten Mal nach 2007 in Dornbirn Station. Sowie zum dritten Mal nach Wien 1965 in Österreich. Der Name ist ein vom Holländer Jan Sommers erfundenes Kunstwort aus „Gymnastics“ (Weltbegriff für den Turnsport), „Strada“ (Straße) und „Estrada“ (Bühne). Dornbirn 2019 war die bis jetzt internationalste Gymnaestrada. Insgesamt wurden 30.000 Akkreditierungen ausgegeben.

Eindeutige Botschaften an die Welt: „Come Together – Show Your Colours“ und „Imaginastics“ gegen Diskriminierung, Ressourcen-Verschwendung, Nationalismen, Fremdenfeindlichkeit und Klimakrise.

Die starren und strammen Haltungsvorschriften altmodischen Turnens althergebrachter Orientierung – sie erinnern manche an Militärisches – sind wohl die Ursache, dafür, dass „Massenturnen“ oft von autoritären Regimes aller ideologischen Ausrichtungen missbraucht wurde und wird. Von den Nazis bis Nordkorea. Die Welt-Gymnaestrada hat sich als Gegenpol positioniert und gezeigt, wofür der Turnsport auf dieser Welt wirklich steht.

Das Motto der Veranstaltung „Come Together – Show Your Colours“ wurde in den Regenbogenfarben dargestellt. Als sportlicher Höhepunkt der Gymnaestrada glänzte die dreimal ausverkaufte FIG-Gala des Weltverbandes. Sie setzte in Anlehnung an John Lennons „Imagine“ mit „Imaginastics“ ein starkes Plädoyer für Weltoffenheit, Empathie, Miteinander und Verantwortung für unseren Planeten um. Es war dies das erste Mal, dass die FIG so eindeutig Stellung bezog – und es wurde von der internationalen Turnsport-Community äußerst positiv aufgenommen.

Mehr als 1.300 Shows in Messehallen, Stadien und auf Außenbühnen

Es ist die DNA des Turnsports, Können und Leistung nicht nur zu steigern, sondern auch zu präsentieren. Dies ermöglicht besonders kreative Aufführungen und Choreografien, fantastische Bewegungswelten. Akrobatik, Gymnastik, Gerätturnen, Showdance, Trampolinspringen, Parkour, Rope Skipping usw. bewiesen dies bei der Welt-Gymnaestrada 2019 erneut. Beim Festival der Bewegungs- und Lebensfreude, der Begegnung von Menschen jeden Alters, waren über 1.300 Auftritte aller Größen, Formate und Stile zu bestaunen.

Im Kern ging es bei der Gymnaestrada darum, als Gruppe allen anderen Teilnehmern und dem Publikum auf einer Bühne zu zeigen, was man kann. Alle Performances wurden von Vereinsgruppen bestritten, auch von Integrationsgruppen aus dem Behindertensport. Der Anspruch war trotzdem fast immer professionell.

Das Fernsehen übertrug mehrere Stunden live von den Highlights (Eröffnungs-Show, FIG-Gala) und brachte zahlreiche Reportagen. Während in den Bundesländern östlich des Arlbergs die öffentliche Wahrnehmung leider der Dimension und Faszination der Gymnaestrada nicht ganz gerecht wurde, stand sie in Vorarlberg eine Woche lang im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Niemand blieb unberührt, Dornbirn wuchs eine Woche lang von der zehnt- zur siebentgrößten Stadt Österreichs. In den Social Media entwickelte sich die Gymnaestrada mit hunderttausenden Postings zu einem globalen Phänomen.

Temporär errichtetes Stadion mit 27.000 Zuseherplätzen

Dabei hatte alles mit einer unwetterbedingten Verschiebung der Eröffnungsfeier – um vier Tage von Sonntag auf Mittwoch begonnen. ÖFT-Präsident Prof. Friedrich Manseder: „Dann strahlte zur Belohnung die Sonne im extra für 27.000 Zuseher errichteten Stadion Birkenwiese vom Himmel“. In den Hallen des Dornbirner Messegeländes liefen fünf Tage lang pausenlos Gruppenshows. Am Montag, Dienstag und Donnerstag ereigneten sich nachmittags parallel dazu im Bregenzer Stadion die Großgruppen-Auftritte.

Abends standen die „nationalen Präsentationen“ von Schweiz, Deutschland, den nordischen Ländern, Italien, Japan, Portugal, den panamerikanischen Ländern und Gastgeber Österreich auf dem Programm. Umrahmt wurde alles mit der Aufführung einer global einstudierten „World Team“-Choreografie am Mittwoch-Abend beim „Dornbirn Special“, mit Workshops und den City Performances in acht Städten/Gemeinden, bevor es in die abschließenden Highlights gipfelte: Den drei schon lange zuvor ausverkauften FIG-Galas und der gemeinsamen Schlussfeier.

Österreich als großartiger Gastgeber und Big Player im „Turnen für Alle“

Marie-Louise Hinterauer, die Präsidentin des Gymnaestrada-Organisationskomitees, resümierte am Ende überglücklich: „Es war eine spektakuläre, unvergessliche Woche voller Freude und Emotionen, mit großartigen Leistungen und Begeisterung für alle Formen des Turnsports. Ich bin überglücklich und danke allen, die zu diesem Riesenerfolg beigetragen haben.” Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann bei der Schlussfeier zu den internationalen Teilnehmern: „Sie haben uns bewegt und uns verändert. Wir werden Sie vermissen.“

Der Österreichische Fachverbandes für Turnen (ÖFT) als offizieller Gastgeber der Veranstaltung war voll des Lobes für die organisatorische Leistung. Präsident Manseder: „Unser Landesverband, die Vorarlberger Turnerschaft, hat hier mit Unterstützung ihrer Mitgliedsvereine, der Politik, der Wirtschaft und unzähligen Helfern eine Gastgeber-Meisterleistung abgeliefert. Dazu gratuliere ich auf das Herzlichste und ziehe meinen Hut.“ Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner brachte es mit einem Wort auf den Punkt: „Chapeau!“

Last but not least nützten Österreichs 700 aktive Gymnaestrada-Teilnehmer/innen die Gelegenheit, sich im Rampenlicht des internationalen „Turnen für Alle“ („Gymnastics For All“), des Turn-Breitensport bestens in Szene zu setzen. Alle 19 Vereine aus sieben Bundesländern wussten bei ihren Shows zu begeistern.

Weiters bot der zweimal hintereinander völlig ausverkaufte „Österreich-Abend“ ganz ohne Zweifel die beste rot-weiß-rote Turnshow, die es bis jetzt gegeben hatte und sammelte Standing Ovations. Dazu kamen großartige Programme, Choreografien und Regieleistungen der Vorarlberger Vereine mit tausenden Teilnehmern bei der Eröffnungs- und Schlussfeier. Sowie „The Freaks“ als abschließender furioser Höhepunkt der FIG-Gala: Das Publikum riss es schon von den Sitzen, bevor der Auftritt der Akrobatik-Showgruppe aus St. Valentin zu Ende war.

ÖFT

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