Erbarmungslose Streif wirft Streitberger, Reichelt und Svindal ab

Südtiroler Fill gewinnt Abfahrtsspektakel vor Feuz und Janka
Hannes Reichelt 2015 © Kraft Foods Europe Services GmbH / GEPA pictures Mario Kneisl
Hannes Reichelt 2015 © Kraft Foods Europe Services GmbH / GEPA pictures Mario Kneisl

Peter Fill gewann am Samstag die legendäre Abfahrt von Kitzbühel auf leicht verkürzter Strecke in 1:52.37 Minuten vor den Schweizern Beat Feuz (+0.37) und Carlo Janka (+0.65). Die Streif wurde einmal mehr ihrem schaurigen Mythos gerecht…

So schlug der Verletzungsteufel am Samstag gleich mehrmals zu und forderte im ÖSV-Lager zwei weitere Opfer. Georg Streitberger und Hannes Reichelt wurden von der Streif jeweils kurz nach der Hausbergkante bei nicht optimaler Sicht brutal abgeworfen. Beide mussten vom Hubschrauber ins Spital gebracht werden. Streitberger hat sich einen Kreuzband- und Innenband-Riss zugezogen, Reichelt erlitt eine Gehirnerschütterung und Prellungen.

Nach den Österreichern erwischte es an dieser Stelle auch noch den großen Speed-Dominator Aksel Lund Svindal: der Norweger, der am Freitag den Super G gewonnen und von seinem ersten Streif-Abfahrtssieg geträumt hatte, wurde ausgehoben und krachte nach einem Überschlag spektakulär in die Netze. Im Gegensatz zu den Österreichern konnte er – mit einer blutigen Nase – zu Fuß von der Strecke gehen. Allein, später wurde auch bei ihm ein Kreuzbandriss (und ein Meniskuseinriss) festgestellt, womit auch seine Saison zu Ende ist.

Der Zweitplatzierte Beat Feuz: „Ich war ehrlich froh, als ich im Ziel war. Solche Stürze will man natürlich nicht sehen, die trüben die Freude.“

War das Rennen, das windbedingt nicht von ganz oben, sondern kurz vor der Mausefalle gestartet worden war, zu gefährlich? Hätte man es früher abbrechen müssen, wie ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in der Unterbrechung nach dem Svindal-Sturz gefordert hatte? Wie auch immer: das Rennen ging zunächst weiter. Danach passierte nichts mehr. Auch deshalb, weil die Läufer an dieser Stelle etwas das Tempo rausnahmen – und somit (Eigen-)Verantwortung übernahmen.

Nach der Startnummer 30, nach dem Österreicher Vincent Kriechmayr, der noch Siebenter und damit bester ÖSV-Läufer wurde, entschloss sich die Jury dazu, das Rennen doch vorzeitig zu beenden. Da 30 Fahrer gestartet waren, kann es voll gewertet werden.

Sieger Peter Fill konnte danach sein Glück kaum fassen: „Ein Traum ist wahr geworden! Kitzbühel zu gewinnen, ist das Größte! Für mich der wichtigste Moment nach der Geburt meines Sohnes.“ Der Zweitplatzierte Beat Feuz: „Ich war ehrlich froh, als ich im Ziel war. Solche Stürze will man natürlich nicht sehen, die trüben die Freude.“ ÖSV-Sportdirektor Hans Pum: „Dass das Rennen abgebrochen wurde, ist die richtige Entscheidung gewesen.“

Ergebnis Abfahrt Kitzbühel

Ergebnis Super-G Kitzbühel

Ergebnis Kombination Kitzbühel

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(CHS)

 

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