Auch bei der WM führt der Titel über Deutschland

EINWURF von Wolfgang Wiederstein

Der Confederations-Cup hat seinen Zweck erfüllt, die Generalprobe für die Weltmeisterschaft in Russland ist durchaus gelungen. Der Bewerb ist in den letzten Wochen stark kritisiert worden, man kann ihm allerdings viel Positives abgewinnen. Möglich, dass es in einigen Jahren in Katar keinen ConfedCup mehr gibt, gerade dort wäre eine Generalprobe aber nicht von Nachteil. Das Projekt könnte am Terminchaos scheitern. Im Sommer ist es in Katar zu heiß, im Winter haben europäische Vereine und Spieler üblicherweise andere Pläne. 

Dass Deutschland (1:0 im Finale über Chile) diesen ConfedCup gewonnen hat, ist kein Zufall. Der regierende Weltmeister will seinen Titel erfolgreich verteidigen, Bundestrainer Joachim Löw hat da jetzt schon einen Plan im Kopf. Er geht davon aus, dass man das Ziel nur erreichen kann, wenn man fast zwei komplette Mannschaften für die WM zur Verfügung hat. Beim ConfedCup in Russland haben einige Stars gefehlt, die zweite Garnitur spielte stark, es wäre kein Wunder, wenn bei der WM dann der eine oder andere renommierte Spieler nicht erste Wahl ist. Deutschlands Potential an Klassespielern ist enorm, die nächste Generation reift in der U21, ebenfalls Titelgewinner,  heran. Andere Teamchefs, Marcel Koller inklusive,  kann da nur der Neid fressen. Der WM-Titel in Russland führt also sicher über Deutschland.

Wolfgang Wiederstein (derzeit in Bildungskarenz)

leitet das Sport-Ressort der Tageszeitung „Die Presse“.

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Fussball

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