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| Nicht nur in der Formel 1 wird nach dem Rückzug von Honda gespart. Die Wirtschaftskrise dürfte auf alle Sportarten Auswirkungen haben. |
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Do., 08. Januar 2009 - 13:18 Uhr
Das sind doch einmal gute Nachrichten in Zeiten, in denen Schlagzeilen über die Wirtschaftskrise die Medien weltweit dominieren: Man befinde sich in einer Situation, die als "privilegiert bis gemütlich" beschrieben werden könne. Joseph Blatter hat also kein Problem mit den Finanzen. Das ist schön für Joseph Blatter – und gut für den Welt-Fußballverband Fifa, dessen Chef Blatter ist.
Während rundherum "die Firmen krachen wie die Kaisersemmeln", wie Österreichs früherer Formel-1-Pilot Alexander Wurz sagt, haben’s Blatter und die Fifa also gemütlich, und das könnte beinahe den Eindruck erwecken, der Sport sei eine Insel der Seligen, die allem äußeren Unbill trotzt. Ein Trugschluss, wie die Meldungen der vergangenen Tage und Wochen beweisen. Selbst die große und – extremen Kosten zum Trotz – lange unantastbar scheinende Formel 1 sieht sich einer Krise ausgesetzt. Honda ist bereits abgesprungen, laut Einschätzung von Experten könnten weitere Hersteller folgen. Inzwischen wurden Pläne zur Rettung der Formel 1 erarbeitet, die in den kommenden Jahren zu einer Kostensenkung von einem Drittel führen sollen. In der Rallye-Szene stand nach dem Rückzug von Subaru und Suzuki gar hinter der Austragung der Hersteller-WM ein Fragezeichen. Mittlerweile können und wollen sich nur mehr Citroën und Ford Werksteams leisten.
Freilich bietet einerseits die Wirtschaftskrise einen idealen Anlass zum Ausstieg, freilich ist die Automobil-Branche andererseits eine der am unmittelbarsten betroffenen.
Fußball betroffen
Doch auch der Fußball bekommt nach und nach die Auswirkungen zu spüren. In Italien sollen die Spielergehälter in den kommenden Jahren laut Prognosen der Fußballer-Gewerkschaft um rund 20 Prozent gekürzt werden. In England bleibt etwa der FC Chelsea, ein Verein, der immerhin die Zuwendungen des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch genießt und selbstredend zu den Topadressen auf der Insel zählt, von der Krise nicht verschont. Abramowitsch ist eines beträchtlichen Teiles seines einst so stattlichen Vermögens verlustig gegangen und hat dem Klub einen Sparkurs verordnet.
Die Frage, wo man sparen soll, wenn’s eng wird, dürften sich auch Sponsoren kleinerer Vereine in den verschiedensten Sportarten stellen. Und nur in den seltensten Fällen wird die Antwort wohl zugunsten des Sports ausfallen. Während Chelsea trotz allem eher nicht vor der Auflösung steht, könnten kleinere Vereine und Verbände ernsthaft in Gefahr kommen. Betroffen, fürchtet der langjährige Volleyball-Funktionär Peter Kleinmann, wäre zuallererst der Nachwuchs.
Schließlich sind es nicht nur die Sponsoren, die in Zukunft schwieriger zu gewinnen oder halten sein dürften. Ein wesentlicher Faktor sind in vielen Sportarten auch die Einkünfte aus den Fernsehrechten.
Sparkurs beim ORF
Der ORF hat für die kommende Saison das Ende der Champions-League-Übertragungen verkündet, auch jenes der Formel-1- und Bundesliga-Live-Berichte könnte bevorstehen. Der Vertrag mit Bernie Ecclestone läuft bis 2011, die Free-TV-Rechte am heimischen Kick hält der ORF noch für die Saison 2009/2010. Für die Zeit danach wird neu verhandelt, wobei Kommunikationschef Pius Strobl schon jetzt ankündigt, dass sich der ORF, "sollte sich die Konjunktur- und Werbemarktlage in den nächsten Jahren negativ entwickeln, sehr teure Sportrechte aus heutiger Sicht vielleicht nicht mehr leisten können" werde.
Dass es dem ORF mit dem Sparkurs durchaus ernst ist, wurde in den vergangenen Wochen vor allem an einem Detail offensichtlich: Sogar das alljährliche Schaulaufen der Prominenten anlässlich der Weihnachtsfeier der Sportredaktion fiel der Krise zum Opfer. Angesichts solcher Meldungen ist es doch beruhigend zu wissen, dass wenigstens Joseph Blatter solche Probleme nicht hat. [TAMARA SLAVIK/WIENER ZEITUNG]
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| Ein Bericht von sportlive-Partner Wiener Zeitung. |
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