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| Der frühere Ski-Gott Ingemar Stenmark war zwecks Wedelns auf Kurzbesuch in Österreich. |
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| Stenmark-Schützling: Anja Pärson |
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Fr., 25. Februar 2005 - 13:25 Uhr
Schon zu seiner aktiven Zeit war Ingemar Stenmark stets der Ruhende unter den Schnellen. Und daran hat sich freilich auch im Ruhestand des größten aller Skiläufer nichts geändert. Obwohl schnapsseelige Hüttenabende und wohl noch weniger volkstümliche Schlager ("Ein Prosit der Gemütlichkeit!") die Sache Stenmarks sind, bewahrt er auch in diesen Momenten die für ihn so charakteristische innere Ruhe wie einst im Starthaus. Diesmal nahm er es gerne in Kauf. Der Skifabrikant Elan, der Stenmark 20 Jahre lang jenes Material lieferte, das ihn zu 86 Weltcup-Siegen, drei Weltmeistertiteln und zwei Olympiasiegen führte, lud dieser Tage nach Seefeld und präsentierte dort den großen Sympathie- und zugleich neuen Werbeträger des slowenischen Skiwerks, zu dem Stenmark im vergangenen Jahr wieder zurückkehrte.
Kein Adabei
Anders als ehemalige Weggefährten verschwand Stenmark nach seinem letzten Schwung praktisch völlig vom Weltcupzirkus. Auf medienwirksame Auftritte bei Rennen verzichtet der Schwede fast vollständig. "Ich brauche die Medien nicht", erzählt Stenmark. Darum stattete er auch der Weltmeisterschaft keinen Besuch ab. "Leider, oder vielleicht Gott sei Dank", so Stenmark, an dem trotz seiner Abwesenheit das Chaos in Bormio, die wenigen Zuschauer und, als Höhepunkt, der TV-Streik nicht vorbeigegangen sind. Denn das Interesse am Skisport hat der bald 49-Jährige nicht verloren. Nicht zuletzt wegen Anja Pärson, die wie Stenmark aus dem kleinen Dorf Tärnaby kommt und sich nun anschickt, ihrem Idol den Rekord an Weltcupsiegen abspenstig zu machen. "Ihr traue ich das zu", meint Stenmark, ein Freund der Familie.
Problemdisziplin Abfahrt
Während Pärson in Bormio das gesamte österreichische Damen-Team düpierte, staubten die ÖSV-Herren bei der WM drei Titel ab. Auch im Weltcup eilt Rotweißrot von Sieg zu Sieg. Gerade in Abfahrt und Super G gibt es für die Österreicher bis auf Miller und Rahlves kaum Konkurrenz. "Dem Breitenskisport und der Industrie schadet das zwar sicher nicht, dem Weltcup, vor allem den schnellen Disziplinen aber schon. In Schweden kann man beispielsweise kaum Abfahrt trainieren und für Reisen ins Ausland fehlt oft das Geld." Dadurch drohe, so Stenmark, die Abfahrt auf Jahrzehnte hin eine rein österreichische Angelegenheit zu werden.
Einige Schwachstellen
Auch sonst ortet der Schwede einige Schwachstellen im Weltcup und gesellt sich in die Reihe derer, die - und das immer lauter - professionellere Strukturen im Weltverband fordern. Etwa in Sachen Fernsehen. "Die Übertragungen sind qualitativ sehr unterschiedlich. Das sollte einheitlich, am besten zentral geregelt sein." Zu seiner Zeit, erzählt Stenmark, wäre das Skifahren noch eine Weltsportart gewesen. Weil sich andere Sportarten jedoch weitaus besser vermarkten konnten, nicht zuletzt im TV, hätte das Skifahren viele Zuschauer verloren. "Dazu kommt", so Stenmark, "dass die Leute immer bequemer werden. Sie wollen in Stadien unterhalten werden und nicht auf entlegenen Pisten frieren."
Weniger kann mehr sein
Außerdem fordert Stenmark weniger, dafür größer aufgezogene Rennen im Weltcup und - im Gegensatz zu ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel - die Rückkehr zum Vierjahres-Rhythmus bei Weltmeisterschaften. Denn schließlich verliert auch das prickelndste Duell "bei wöchentlicher" Neuauflage an Brisanz. Und der Werbewert der vielen Weltcupveranstaltungen vor leeren Rängen ist ohnehin zu hinterfragen.
Doch mehr als ein stiller Kritiker und Denker will Stenmark nicht sein. Einmal Weltcup reicht, so die Skilegende. Und das Leben bietet für den Globetrotter, Golfspieler, Wahl-Monegassen und nunmehr Elan-Werbeträger Stenmark ja ohnehin weit mehr als Dauerstreits mit der FIS. Hüttenabende, zum Beispiel. [SIMON ROSNER]
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